Stress – und warum gerade jetzt Training kein Luxus ist
- Movement Lab
- 24. Dez. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Es gibt immer wieder diese Phasen, in denen gefühlt einfach alles gleichzeitig kommt. Bei der Arbeit, zu Hause, Termine stapeln sich. Der Kopf ist nie richtig ruhig. Ständig denkt man was man noch alles machen muss. Stress ist für viele kein Ausnahmezustand mehr – sondern Alltag.
Und oft passiert dann immer das Gleiche: Das Training, das Dir eigentlich guttut und jetzt noch wichtiger wäre, rutscht als Erstes aus dem Kalender. Nicht, weil es Dir egal ist. Sondern weil Du glaubst, gerade keine Zeit dafür zu haben.
Wir erklären Dir warum es gerade in stressigen Zeiten wichtig ist, sich Zeit fürs Training zu nehmen.
Wenn Stress übernimmt
Es läuft eigentlich alles gut. Die Termine im Geschäft sind überschaubar, die Projekte auf Kurs, auch privat läuft alles rund und Du trainierst regelmässig. Du fühlst Dich stark und voller Energie.
Und dann kommt eine Phase, in der sich alles zuspitzt:
Eine Deadline jagt die nächste
Die Kinder sind krank
Ein Projekt ist in Verzug
Ein familiäres Thema braucht Aufmerksamkeit
Plötzlich scheint der Tag zu wenig Stunden zu haben. Zeit und Kopf sind voll. Und Du denkst: „Diese Woche lasse ich das Training ausnahmsweise weg.“ Dann wird die Zeit am falschen Ort gespart.
Was Stress biologisch eigentlich ist
Stress ist eigentlich nichts Negatives, sondern ein uraltes Schutzprogramm. Aus evolutionärer Sicht gesehen, ist Stress unsere biologische Überlebenssicherung: Fight, Flight, Freeze. Die optimale Aktivierung, um unser Überleben zu sichern.
Aus medizinischer Sicht gesehen ist Stress eine Reaktion, die uns kurzfristig leistungsfähiger macht. Wenn Dein Gehirn eine Herausforderung wahrnimmt – egal ob Job, Familie, Zeitdruck oder Verantwortung – aktiviert es Dein sympathisches Nervensystem. Dein Körper schaltet in einen Zustand, der Dich leistungsfähig machen soll: Der Herzschlag erhöht sich, die Atmung wird flacher, Muskeln spannen sich an, Stresshormone werden ausgeschüttet. Du bist wach und leistungsfähig.
Das Problem ist, dass dieser Mechanismus heute oft nicht mehr richtig abschaltet. Früher war Stress kurz. Heute ist er dauerhaft. E-Mails, Termine, Erwartungen, Verantwortung. Der Körper bleibt im „On-Modus“. Aber dafür ist er nicht gemacht. Wenn dieses System zu lange aktiv bleibt, fühlt sich das irgendwann nicht mehr wie Energie an, sondern wie Erschöpfung, innere Unruhe, Gereiztheit oder ständiges Getriebensein.
Die Folgen davon sind:
Schlechter Schlaf
Verspannungen und Schmerzen
Reizbarkeit
Konzentrationsprobleme
Das Gefühl, ständig „unter Strom“ zu stehen
Oft merken wir gar nicht, wie sehr wir uns daran gewöhnt haben. Aber es ist es wichtig, sich genug Erholungsphasen zu schaffen, damit sich das Nervensystem erholen kann. Denn der Mensch ist nicht für Dauerstress gemacht. Dauerstress kann langfristig negative gesundheitliche Auswirkungen haben.

Warum Training bei Stress Deine Gesundheit fördert
Im Movement Lab verstehen wir Training nicht als Leistungsdruck, sondern als regulierenden Ausgleich für ein überlastetes Nervensystem.
Nicht, weil Du noch mehr leisten musst. Sondern weil Dein Körper einen Ausgleich braucht und mit dem Training erhält:
1. Bewegung hilft Deinem Nervensystem, runterzufahren
Beim Training baust Du Stresshormone ab. Dein Körper bekommt ein Signal: Ich darf arbeiten – und danach wieder loslassen.
Nach dem Training fühlt man sich nicht mehr so angespannt wie vorher.
2. Es ist ein Anker
Wenn im Alltag vieles unberechenbar ist, ist Training ein fixer Anker. Du kommst an, wirst begleitet, musst nichts planen oder entscheiden.
Du darfst einfach da sein und Dich bewegen.
3. Dein Kopf bekommt Pause
«Abschalten und trainieren». Training zwingt Dich, im Moment zu sein: Atmung, Bewegung, Körpergefühl. Deine Themen sind danach nicht verschwunden – aber sie fühlen sich weniger überwältigend an.
4. Du wirst emotional stabiler
Stress macht uns schneller gereizt, ungeduldig, dünnhäutig. Bewegung wirkt regulierend – auf Emotionen, auf Stimmung, auf Energie. Das spürst nicht nur Du, sondern auch Dein Umfeld.
5. Du beugst Stresserkrankungen präventiv vor und förderst Deine Gesundheit.
Viele Menschen kehren Monate später zum Training zurück – mit Schmerzen, ein paar Kilos mehr, Frust oder dem Gefühl, sich selbst verloren zu haben. Training ist Prävention für Deine Gesundheit.
Training muss nicht perfekt sein. Aber es muss stattfinden. Auch in Phasen, in denen Du gestresst bist, müde bist, nicht alles geben kannst oder Du Unterstützung brauchst. Wir passen das Training auf Dich an. Wir nehmen Tempo raus, wenn es nötig ist. Und wir freuen uns ehrlich, wenn Du kommst – egal wie Dein Tag war. Ein angepasstes Training ist oft genau das, was Dein System braucht. Es wirkt regulierend. Nach dem Training wirst Du Dich besser fühlen.
Im Movement Lab in Baden begleiten wir Menschen dabei, auch in stressigen Zeiten dran zu bleiben – angepasst, sicher und sinnvoll.
Fazit
Stress lässt sich nicht immer vermeiden, und das ist ok. Der Unterschied macht, wie Du damit umgehst. Gerade in Phasen, in denen alles gleichzeitig kommt, braucht Dein Körper einen Ausgleich, keinen weiteren Verzicht. Training ist dann kein Luxus und keine zusätzliche Aufgabe, sondern ein wirksames Werkzeug, um Dein Nervensystem zu entlasten, Deinen Kopf zu beruhigen und Deine Gesundheit langfristig zu schützen.
Du musst dafür nicht «perfekt» trainieren. Es reicht, wenn Du kommst. Wenn Du Dich bewegst. Wenn Du Deinem Körper die Möglichkeit gibst, aus dem Dauer-On-Modus herauszukommen. Ein angepasstes Training wirkt regulierend, stabilisierend und präventiv – genau das, was Du in stressigen Zeiten brauchst.





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